Verein zur Rettung von Rehkitzen gegründet
Ab Mai bis Juli ist es Mähsaison für Landwirte. Für kleine Rehkitze ist das eine gefährliche Zeit, denn für sie kann die Mahd zur tödlichen Falle werden. Deshalb haben sich Landwirte, Jäger und Tierliebhaber in Hasselroth zusammengesetzt und einen Verein zur Rehkitzrettung gegründet!
Um ihr Kitz vor Feinden zu schützen, legt die Ricke das Jungtier im hohen Gras ab. Die Überlebensstrategie des Tieres besteht darin, sich so unauffällig wie möglich zu machen: es sondert keinen Geruch ab und duckt sich tief ab, sodass es bereits aus kürzester Entfernung nicht zu sehen ist. Auch wenn Gefahr droht, bleibt es in dieser Position – was beim Fuchs und anderen Fressfeinden gut funktioniert.
Gegen die Technik der Landwirtschaft jedoch hat dieses Verhalten keine Chance: aus dem Traktor heraus ist das Tier nicht auszumachen.
Lisa und Phillip Stichel, die gemeinsam einen Reitstall und eine Landwirtschaft im Nebenerwerb in Neuenhaßlau betreiben, möchten das auf alle Fälle vermeiden. Doch was kann man tun? Die Rehe mit Vergrämungsmaßnahmen von den Wiesen fernzuhalten, funktioniert leider nicht mit absoluter Sicherheit. Die Wiesen, die sich oft über mehrere Hektar erstrecken, im Vorfeld abzugehen, ist nicht nur zeitlich ein hoher Aufwand, sondern auch aus oben beschriebenen Gründen nicht erfolgreich.
Technik kann helfen: Die Drohnensuche ist eine Revolution in der Rehkitzrettung. 97 Prozent der Rehkitze können so laut Umfrage der Deutschen Wildtierstiftung (DWS) und der Deutschen Jägerschaft entdeckt werden. Wenn man am frühen Morgen die Wiesen und Felder mit einer Drohne ausgestattet mit einer Wärmebildkamera überfliegt, ist die Erfolgschance, die Tierchen zu finden, recht hoch. Nun holt man sie vorsichtig aus der Gefahrenzone heraus, sichert sie bis nach der Mahd am Feldrand und legt sie anschließend wieder ab – wenig später kann dann die Ricke ihr Kind unversehrt wieder in Obhut nehmen.
Doch Drohnen sind teuer, und der Zeitaufwand ist immens. Ein einzelner Betrieb kann das nicht stemmen – es braucht eine Gemeinschaft, die sich dieser Aufgabe annimmt. So gründete sich am 13.05.2025 der Verein Rehkitzrettung Hasselroth. Mit am Start waren neben der Lisa und Phillip Stichel auch Stephanie Stichel, der Jagdpächter aus Neuenhaßlau Eric Müller, Bürgermeister Matthias Pfeifer und weitere engagierte Bürger:innen aus Hasselroth. Ihnen allen liegt das Thema am Herzen und sie unterstützen die Aktion gerne.
Derzeit liegt die Satzung zur Prüfung beim Amtsgericht und dem Finanzamt, um in das Vereinsregister aufgenommen zu werden und die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen.
Doch das ist erst der Anfang! Das Gerät, das voraussichtlich zwischen 8.000,-- und 10.000,-- Euro kosten wird, muss finanziert werden – und dann braucht es Helfer, die sich bereit erklären, in den frühen Morgenstunden dabei zu sein, wenn aktiv Leben gerettet wird.
„Der Anfang ist gemacht, nun geht die Arbeit erst richtig los. Wir werden im nächste Schritt auch auf die Jagdgenossenschaften, die Jäger und die Landwirte in den Ortsteilen Niedermittlau und Gondsroth zugehen um alle Ortsteile abdecken zu können.“, so Phillip Stichel.
Wie können Sie helfen? Werden Sie aktives oder passives Mitglied im Verein – der Jahresbeitrag liegt bei überschaubaren 20,-- Euro pro Jahr! Beteiligen Sie sich an der Finanzierung der Drohne und spenden Sie – jeder noch so kleine Betrag kann helfen! Schließen Sie sich dem Helferteam an – wir schulen Sie im Umgang mit Technik und den Kitzen!
Wie finden Sie uns? Im Internet unter www.rehktzrettung-hasselroth.de, bei Instagram unter “rehkitzrettunghasselroth”.
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